Doch hinter dem Horizont geht es weiter
 
Als Fortsetzung der Seite "über mich" will ich natürlich in der Ich Form Weiterschreiben. Den Klärus dazu zu verwenden ist wohl nicht mehr angebracht, da ich meine Zukunft mit meinen Gedanken und Gefühlen gestalte und dazu ist eine anonyme fiktive Person nicht förderlich.Klara und Klärchen und auch Klaro werden wegen der Anonymität beibehalten.

Das Leben in der seit 36 Jahren gewohnten Umgebung  bedeutet mittlerweile, kaum direkte Kontakte zu haben, kaum aus dem Hause zu kommen, also so eine Programmierung, wie man sie so von „alten Leuten" her kennt und die koabhängige Partnerin sehnt sich auch nach einem anderen Leben als nur Beruf- Pflege- und Landperspektive.

Perspektive - die Möglichkeit zur radikale Veränderung der Örtlichkeit, raus aus der Isolation, rein in die Perspektive des Gemeinschaftlichen Lebens.  


So wurde ich die letzten Jahre immer öfters mit der Frage konfrontiert, ob es das jetzt war und ist, was jetzt war und ist.

                
Tagsüber zu linken Fenster rauszuschauen, um dem linken Nachbarn zuzuschauen,     
dann zum rechten Fenster rauszuschauen, um dem anderen Nachbarn zuzuschauen.

Große Geburtstage und Familienfeiern aller Art sage ich eh mittlerweile ab, weil das schon immer stressig war und ich das noch nie wollte und ich das jetzt auch körperlich nicht mehr verkrafte.

Also ist die Einsamkeit vorprogrammiert, mitsamt dem bereits beschriebenen Mangel an Alltagsaktivitäten.

Aber es gibt ja auch noch die Visionen, das Wissen um die Erkenntnisse, wie Leben geht, warum wir so sind wie wir sind und dass es doch alle Möglichkeiten geben soll, wie wir unser Leben gestalten können, wenn wir es nur wollen und bereit dazu sind.

Klara hatte immer noch den Traum, gemeinsam mit anderen Menschen leben zu können und nicht nur ihr Leben mit voller Erwerbsarbeit und der häuslichen Pflegesituation ihres Mannes zu verbringen. 

Ich wünschte das auch, glaubte aber, solch einer weiteren Lebensveränderung nicht mehr gewachsen zu sein, bis eines Tages das Klärchen, die Tochter von Klara und Klärus, welche in Heidelberg lebt, von einem Wohnprojekt berichtet, welches bei einem gewaltigen Konvisionärprojekt entstehen soll.

Wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her.

Wir haben hatten sofort ein unglaublich gutes Gefühl und wussten, dass das etwas werden würde und dass dies unsere Zukunft sei.      
          

Natürlich gab es auch Gedanken wie, dass die sicherlich genügend Leute in Heidelberg haben und dass die überhaupt nicht auf ein älteres Ehepaar warten würden, welches jetzt weit weg wohnt. Aber wenn das sein soll, dann wird das was und es war so, dass wir nach unseren Bewerbungen dabei waren.                

Das Wichtige war und ist, mein Leben hat eine Perspektive bekommen, an welche ich kaum noch denken konnte, oder ich meinte zumindest in meinen düsteren Gedanken, welche sich natürlich immer wieder aufzudrängen versuchen, keine Perspektive mehr zu haben. 

Solche Gedanken können dominant sein, aber es gibt noch eine andere Dominanz und das ist die positive Identität mit sich selbst.

Ich habe ja schließlich gelernt, dass wir selbst verantwortlich für unser Leben sind, wir unser Leben selbst kreieren mit unseren Gedanken, Gefühlen, welche wiederum entstehen durch unsere meist blockierenden Glaubenssätze, ein Leben lang gespeichert durch Kultur, Umwelt, Eltern usw. Diese Glaubenssätze können geändert werden indem wir aufbauendes, liebe-volles wahrnehmen und fokussieren.

Dann war da gleichzeitig mit dem Erkennen und Wahrnehmen der Jetzt Situation auch eine Sehnsucht nach einem Leben nicht nur mit den Themen Alterung, Krankheit, Siechtum, Altersheim usw.                

Sondern da war der Wunsch nach Gemeinsamkeit, jungen Menschen, alten Menschen, mit und ohne Behinderung, also das ganze Spektrum von generationsübergreifendem Wohnen.


Der Wunsch ist bekanntlich der Vater aller Dinge und somit haben wir jetzt den Salat im positivem Sinne.